9. Spieltag in der Bezirksliga

Zur letzten Runde einer Saison kommt es schonmal vor, dass Mannschaften je nach Ambitionen gehörig unter Druck stehen, oder aber die Karten liegen schon auf dem Tisch und das Ergebnis wirkt sich auf die Endtabelle nur in Nuancen aus.

Das Fazit unserer vorab gründlich durchgeführten Analyse hatte einen kleinen Makel: wir waren theoretisch davon bedroht, auf einem potenziellen Abstiegsplatz zu landen. 12 Punkte (beispielsweise 2 Siege oder 4 Remis bei vollständigem Antreten) mussten wir erreichen, um aus eigener Kraft dieser Gefahr erfolgreich zu begegnen. Notwendig würde dies nur werden, würden zwei ähnlich platzierte Mitkonkurrenten ein Mannschaftsunentschieden spielen. Bereits letzteres schien unwahrscheinlich, für 12 Punkte muss man i.d.R. auch nicht sehr hoch springen, daher waren wir im Ganzen doch recht tiefenentspannt und freuten uns auf das, was uns das Schicksal vorherbestimmt hatte.

Bei unserem Gast SV Würselen II hingegen waren die Würfel bereits gefallen. Sie standen leider abgeschlagen auf dem letzten Platz und als Absteiger fest. War es nun so, dass sie damit bereits abgeschlossen hätten, oder wollten sie es noch einmal wissen?


Paul war der erste, der uns mit einem Remis dem Ziel näher brachte. Zu jenem Zeitpunkt war ich noch nicht oft unterwegs und kann daher zur Partie wenig sagen. Auch bei den anderen befand sich alles noch in einem ausgeglichenen Stadium.

Lediglich an Brett 1 knisterte es. Tims Gegner spielte stark offensiv und schien sich seiner Sache sicher, allerdings ging die Kalkulation nicht auf. Am Ende führte Tim nach erfolgreicher Verteidigung mit zwei Mehrbauern und holte sich verdient den Sieg.

Im Sinne des Primärziels fiel dann aus unserer Richtung das ein oder andere Remisangebot, von denen nach erstem Zögern Dennis dem seins angenommen wurde. Als Anziehender war er hier nicht unbedingt in der Not, der Abstieg aber war damit abgewendet und dieses Thema war gegessen. Wir konnten uns nun also darauf konzentrieren, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und auch die Manschaftspunkte aufzubessern.

Heinz legte dann nach. Nach einem fordernden Gegenüber im Zentrum ergab sich ein Endspiel mit Springer gegen Läufer. Zuvor hatte der Gegner ein Remisgebot ausgeschlagen, aber jetzt waren noch einige Bauern auf dem Brett, sodass des Gegners Läufer keinen Vorteil bot. Somit einigte man sich auch hier auf ein Remis.

Ich hatte mit schwarz gegen 1. b4 zu kämpfen. Gegen sowas sollte man Paroli bieten können, aber ich halt nicht. Der Gegner sicherte sich im Verlauf das Läuferpaar, das allerdings noch nicht frei agieren konnte. Trotzdem bildete er zwischenzeitlich in Verbindung mit der Dame eine konkrete Mattdrohung auf der langen Diagonalen. Ich hingegen konnte einen Springer gut positionieren, der dem Gegner garnicht gefiel. Etwas später dann war ich vor die Entscheidung gestellt, entweder die Stellung so geschlossen als möglich zu halten, oder um weiterzukommen initiativ zu öffnen. Der Stressvermeidung halber entschied auch ich mich für ein Remisangebot, was mein Gegner wohl auch aus Zeitgründen annahm. Er hatte für ca. 15 Züge keine 10 Minuten mehr auf der Uhr.

Das tat ich guten Gewissens, denn Manfred nutzte seinen massiven Entwicklungsvorsprung und startete einen Mattangriff, dessen schnelles Ende nur mit massivem Materialverlust abzuwenden war. Ob es dann tatsächlich doch noch ein Matt geworden ist, bekam ich nicht mit. Das Spiel aber gehörte uns, und damit war auch das Mannschaftsremis gesichert.

Blieben noch zwei Spiele, bei denen man sich nur wenig später so gut wie zeitgleich auf Remis einigte. Auch hier herrschte offenbar Konsens, nichts durchprügeln zu müssen.
Patrick hatte sich zwar mehr erhofft, weil in weiten Teilen alles so gut und sein Königsangriff erfolgsversprechend aussah.
Bei Frank hatte ich es einmal so und einmal andersrum gesehen, sodass auch hier beidseitig das Remis sicher nicht unverdient ist.

Das Tüpfelchen auf dem i: Wir haben gewonnen!


Ich bedanke mich bei den Spielern aus Würselen für die am letzten Spieltag äußerst freundliche Stimmung. Ich bin mir so gut wie sicher, dass wir uns spätestens in der Saison 27/28 wiedersehen und wünsche Euch dazu im kommenden Spieljahr viel Erfolg.