Diesmal durften wir die SG Kohlscheid empfangen, die sich in dieser Saison rein auf ihre erste Mannschaft konzentriert. Sie spielten zuvor in der SVM Verbandsliga West, daher zollten wir ihnen großen Respekt. Allerdings traten Sie nicht in Bestbesetzung an, wir hingegen waren ganz gut aufgestellt, sodass uns alle Möglichkeiten offenstanden.
Wir leisteten uns allerdings nicht den besten Start. Dennis mit weiß ging zwar beherzt an die Sache ran, geriet aber bald unter Druck und sah sich unter Verzicht auf die Rochade mit vom Gegner gut genutzten offenen Zentrumslinien konfrontiert. Vielleicht etwas früh, deswegen aber nicht unberechtigt, gab er sich nach einem guten aggressiven Zug des Gegners geschlagen.
Auf der anderen Seite am Spitzenbrett agierte Tim dann eher offensiv und moppste sich dann mit der Dame einen verführerischen a-Bauern. Dort allerdings befand sie sich – schlimmer als zuvor erwartbar – im Abseits und war wenig manövrierfähig. Dem Gegner gelang es sodann, einen Mordsspringer zu entwickeln, der permanent mit Gabeln drohte und am Ende damit auch erfolgreich war.
Ingos Partie war im Mittelspiel anscheinend sehr taktisch geprägt, aus dem der Gegner allerdings mit einem Mehrbauern herauskam. Nur mit Mühe konnte Ingo im entstandenen Turmendspiel die Struktur so gestalten, dass der Gegner ein Remis als ausreichend wertete.
Alsdann war auch ich vor die Entscheidung zu einem Remisangebot gestellt. Angesichts der Lage wäre sicher ein Weiterspielen angesagt gewesen, allerdings war ich bei einer Stellung mit allen Schwerfiguren und einem eher ineffektiven Springer gegenüber einem stärker werdenden Läufer in einer wenig aussichtsreichen Position. Aus diesem Grund überlegte ich dann doch nicht sehr lang und nahm an.
Annika kämpfte gegen die französische Verteidigung und richtet Ihre Aufmerksamkeit offensiv auf den Königsflügel. Es war aber kein leichtes Durchkommen, Schwarz verzichtet vorsorglich auch auf die kurze Rochade. Eine dem Gegner geöffnete h-Linie war zwar nicht gefährlich für Annikas König, bot ihm aber die Gelegenheit, mit dem Turm flankierend gegen das verletzliche Zentrum zu wirken. Am Ende war genau dies ausschlaggebend, da der Turm dort einen nur vermeintlich (von einem quasi gefesselten Bauern) gedeckten Springer abholen konnte.
Also gut, gewinnen konnten wir nun nicht mehr. Aber die verbliebenen Bretter sahen sich alle motiviert, um das Mannschaftsunentschieden zu kämpfen.
Frank hatte einen Mehrbauern auf seinem Konto, zudem war des Gegners König nicht mehr optimal durch eine geschlossene Bauerndecke geschützt. Allerdings standen Franks Springer und Turm arg defensiv und auch die Dame suchte noch ihr Aufgabe. Der Gegner allerdings hatte bereits all seine Figuren gut aktiviert, seine Dame war bereits auf dem Königsflügel positioniert, der Turm eroberte im Zentrum den Bauern zurück und auch der Läufer fand dort seinen Platz, von wo aus er zum einen Bauern auf dem Damenflügel deckte, zum anderen ebenso auf den Königsflügel schielte. Nach einer guten taktischen Einlage wurde dies Frank dann zum Verhängnis.
Manfred indes hatte die ganze Partie über ein gutes Spiel und eroberte auch diesmal einen guten Bauern. Diesen wollte er natürlich gerne mit Unterstützung durch Turm und Dame durchbringen, aber das ganze fuhr sich dann doch wieder derart fest, dass es nur zum Remis gereichte.
Für das Mannschaftsergebnis zwar nicht mehr relevant, aber am meisten pulstreibend ging es am Ende in Patricks Partie einher. In einem Endspiel mit Turm und Springer verfügten beide Seiten über gefährliche Bauern, von denen Patricks c-Bauer erst noch der gefährlichere war. Patricks Überzeugung, einen erheblichen Qualitätsgewinn errechnet zu haben, machte der Gegner durch eine Grundlinienmattdrohung zunichte und wendete damit das Blatt ziemlich eindeutig. Seine entstandene Bauernmehrheit als auch die Struktur war auf des Gegners Seite, aber offenbar auch die Ungeduld. In dieser Phase war ich vorübergehend nicht dabei, aber plötzlich hatten beide (wieder und nur) eine Dame, und Patrick führte mit 2:1 Bauern. Gut gegen Dauerschachs geschützt vermochte er es, die seinen langsam aber sicher gen Grundlinie zu bewegen – und damit den Gegner zur Aufgabe.
Also auch diesmal ein Satz mit X. Wir haben offenbar auch diese Saison Startschwierigkeiten, was momentan in der Tabelle für uns ziemlich bitter aussieht.
Woran auch immer es liegen mochte, der Sieg für Kohlscheid war verdient, dafür einen herzlichen Glückwunsch!