1. Spieltag in der Bezirksliga

Und jährlich grüßt das Murmeltier…

So lange ich denken kann, haben wir zum Saisonstart mit massiven urlaubsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Über alle Mannschaften hinweg auch heuer gebeutelt, aktivierten wir diesmal motivierten Ersatz aus unserer Jugend, der gerade bei diesem gemeinsamen Spieltag eine wunderbare Gelegenheit hatte, am Flair großer Turnierluft zu schnuppern.

In den letzten beiden Saisons unterlagen wir Kalterherberg als erstem Gegner. Mindestens im Nachhinein wäre mir diese Konstellation auch dieses Jahr lieber gewesen. Diesmal aber saßen wir einem energiegeladenen Aufsteiger gegenüber – den Schachfreunden aus Baesweiler. Den o.g. Voraussetzungen zum Trotz war die Stimmung hervorragend. Das Wiedersehen alter Bekannter machte beiderseits Freude, in dem Wissen, dass das bevorstehende Kräftemessen mehr Spaß als Stress bedeuten würde.


Eine tolle Premiere feierte die junge Elina am achten Brett. Wer schon einmal als Teenager in einem Seniorenteam debütiert hat, weiß, wie groß die Nervosität vor dem ersten Zug ist. Elina ließ sich davon aber nicht beirren. Selbst nach einem unglücklichen Figurenverlust bewies sie bewundernswerten Sportsgeist: Sie überstürzte nichts, spielte konzentriert mit ruhiger Hand weiter und bot ihrer Konkurrenz die Stirn. Das Ergebnis ist am Ende Nebensache – die gezeigte Moral und das Durchhaltevermögen waren absolut erstklassig. Auf diese Leistung kann Elina sehr stolz sein!

Derweil am anderen Ende der Tischreihe: Kampf der Titanen! Tims Gegner war John, ein alter „Kollege“, der erst vor wenigen Jahren von uns nach Baesweiler wechselte. Die Partie? Höchst professionell, alles lupenrein – bis – Tim ein kleines Böckchen unterlief und ein Springer flöten ging. Wer kennt das nicht…

Zwei Bretter weiter entfaltete Manfred seine Erfahrung und belohnte sich mit einer vorteilhaften Endspielstellung, bei jeweils Turm und Springer zeitweise mit 2 Mehrbauern. Letztere waren aber isoliert, des Gegners König war aktiver, dann kommt auch noch die eine Ungenauigkeit dazu. Ergebnis: Remis

Eine bärenstarke Leistung zeigte Cliff an Brett sieben. Obwohl er erst seit zwei Jahren aktiv Schach spielt, agierte er mit den weißen Steinen wie ein alter Hase. Cliff trieb seine Entwicklung im Eröffnungsspiel hervorragend voran und setzte seinen erfahrenen Kontrahenten von Beginn an mächtig unter Druck. Schwarz fand nur schwer ins Spiel und war lange Zeit zum Reagieren verdammt. Dass Cliff erst sehr spät in der Partie der entscheidende Fehler unterlief, schmerzt zwar im ersten Moment, schmälert diesen tollen Auftritt aber keineswegs. Mit diesem couragierten Angriffsspiel hat er uns alle absolut positiv überrascht!

Wir waren also nach der ersten Halbzeit „geringfügig“ im Hintertreff. Das war ja wenig überraschend. Überraschend hingegen, dass ich dann mal einen Sieg auf unser Konto holte. Mit Schwarz pirschte ich mich unauffällig am Königsflügel heran und etablierte eine konkrete Mattdrohung derart, dass Weiß seine Dame für den Turm geben musst. Danach musste ich allerdings erstmal die ganzen auf dem Damenflügel geopferten Bauern wieder einsammeln, was aufgrund bestehender Gegendrohungen überhaupt nicht so einfach war. Aber: Geschafft!

Danach bin ich erstmal an die frische Luft und urplötzlich wars dann auch schon vorbei. Die letzten drei Bretter einigten sich offenbar im Minutentakt auf Remis.

Bei Frank zwei Bretter zu meiner linken und Dennis zwei Bretter zu meiner rechten habe ich meist nur das Material gezählt. Soll nicht heißen, dass die langweilig waren! Mir fehlte die Gelegenheit, mal genauer hinzuschauen und mir das Wesentliche zu merken.

Etwas anders bei unserem (Neu- oder eher Wieder-)Zugang Ingo, bei dem ich den Blick immer nur kurz nach rechs schwenken musste. Aufgrund seiner Erfolge der vergangenen Saisons wollte er der ersten Mannschaft mal wieder die Ehre erweisen. Mit den weißen Steinen schickte er sich an, uns die vollen Punkte zu bescheren. Dabei verzichtete er auf die sichere Rochade – zugunsten eines äußerst bedrohlichen Spiels am Königsflügel. Nachdem Schwarz ein eher zweifelhaftes Qualitätsopfer auf das Brett gebracht hatte, fackelte Ingo nicht lange: Er konterte kurzerhand mit einem ebenso freiwilligen Gegenopfer, um den gegnerischen König komplett freizulegen. Der Angriff war allerdings nicht von Erfolg gekrönt – das Bild kippte stattdessen dramatisch. Am Ende durfte Ingo froh sein, mit dem Remis noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.


Herzlichen Glückwunsch an die Baesweiler und guten Erfolg für den Rest der Saison!

Das Mannschaftsergebnis entspricht zwar nicht so ganz unseren Vorstellungen, aber angesichts der Bedingungen und des starken Gegners können wir das Ergebnis durchaus vor unserem Gewissen vertreten. Ich bedanke mich daher bei allen Teilnehmern für Ihren Einsatz, insbesondere bei Elina und Cliff!

Nicht zuletzt möchte ich auch einen Dank an die Verantwortlichen und Organisatoren des ASVb richten, sowie den Gastgebern, die sich mit diesem gemeinsamen Spieltag sicher nicht wenig Arbeit machen.