8. Spieltag in der Bezirksliga

In einem angenehmen Spiellokal bei SF Brand schickten wir uns an, einem Favoriten Paroli zu bieten, schließlich hat sich dieser erst in der Runde zuvor als nicht unschlagbar entpuppt. Dennoch waren wir nicht verbissen, bereits jetzt sahen wir uns von einem Abstieg nicht mehr bedroht. Was also ging ab?


Frank hat als erster in einem Leichtfigurenendspiel Bauerngewinne erzielt und die Partie sicher zum Ende geführt.


Patrick opferte einen Turm, mehr oder weniger notgedrungen, führte dann aber die ihm offenbar gewordene Angriffsstellung gegen den unrochierten König zum Erfolg.


Ich selbst konnte dann eine für mich eingangs doch eher unwohl aussehende Partie noch etwas drehen. In einem Endspiel zwar mit einem Bauern weniger, aber ungleichfarbigen Läufern und einem Turm, wurde das Remis durch Stellungswiederholung festgesetzt.


Auch bei Manfred war es ähnlich. Hier hatte zwar er einen Bauern mehr, aber mit Dame, Turm und Springer waren beide Seiten risikobedroht und auch hier gab es schließlich Stellungswiederholung.


Die schnellen Spiele gingen also überwiegend an uns, und das war schön! Bei den restlichen war noch keine eindeutige Prognose zu stellen, also kein Grund zum Feiern.


In der zweiten „Halbzeit“ musste Annika sich zunächst geschlagen geben. In einer wenig trivialen Konstellation verlor sie eine Figur, die Hoffnung verlor sie aber nicht und sorgte kämpferisch für offensiven Gegendruck. Dennoch blieb sie im Hintertreffen und musste schließlich ihre Niederlage akzeptieren.


Für Tim war es ein seltenes Vergnügen, gegen einen IM spielen zu können. Mit weiß hielt er eingangs auch nicht nur Stand, sondern erreichte eine äußerst vorteilhafte Stellung. Allerdings verpasste er die – zugegebenermaßen überhaupt nicht triviale – Gelegenheit, hier Fakten zu schaffen. Stattdessen wendete sich das Blatt auf einmal deutlich und schließlich war das Endspiel mit zwei Bauern weniger verloren.


Bei Dennis lief es zu diesem Zeitpunkt offensichtlich auch nicht sehr gut, sodass Paul sich in der Verantwortung sah, für uns einen letzten Punkt zu holen, um das Mannschaftsremis zu erreichen. Bereits im Endspiel hatte es der mit schwarz spielende Gegner geschafft, seinen h-Bauern auf der (aus seiner Sicht) 7. Reihe zu positionieren, den er unterstützt von Läufer und Turm durchzubringen versuchte. Ein anderer isolierter Bauer auf f war in der Hinterhand. Paul konnte dies zunächst mit seinem Springer und Turm gut abwehren, und wartete auf die Gelegenheit, seine beiden stärkeren, zusammenhängenden Bauern auf dem Damenflügel vorzurücken. Allerdings gelang es dem Gegner, auch seinen König mit einzubringen, und schließlich sah Paul sich genötigt, den Springer für den h-Bauern abzugeben. Die eigenen Bauern waren indes nicht schnell genug, kamen dann auch nicht mehr weiter. Auf lange Sicht wären sie verloren gegangen und das Ende war besiegelt.


Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber Dennis war nach ordentlicher Eröffnung schon zuvor unversehens in einen Springer/Dame Mattangriff geraten, während seine Figuren etwas abgelenkt waren. Das war sehr unangenehm, allerdings konnte er das schnelle Ende immer wieder abwehren, allerdings auf Kosten von Material. Zwei Bauern und ein Turm gegen Springer war der Gegner im Vorsprung. Auch die Zeitnot spielte mit, so verpasste dieser es, auch den Springer noch zu holen. Stattdessen wurden die Damen getauscht, der Gegner investierte dazu wieder einen Bauern, und Dennis spurtete unterstützt vom König mit seinem letzten Bauern gen Grundlinie. Dies muss einige Verwirrung gestiftet haben, denn dann konnte Dennis Springer einen weiteren Bauern abholen. Und siehe da, plötzlich war es Remis. (Der Turm muss sich um Dennis Bauern kümmern (ggf. opfern), und der letzte Bauer vom Gegner kann vom Springer aufgehalten werden, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.)


So haben wir es zwar doch nicht geschafft, noch einen Mannschaftspunkt zu sichern, aber die Niederlage ist nicht so hoch und bitter wie andernorts. Entsprechend wenig deprimiert sind wir. Herzlichen Glückwunsch an die Schachfreunde aus Brand!