Diese Runde waren wir bei Herzogenrath 2 zu Gast, dem Vorjahresersten, gegen den wir in der letzten Saison ordentlich einstecken mussten, der auch diese Saison noch nominell ein Stückchen besser eingestuft ist als wir. In einem recht angenehmen Ausweichquartier wurden wir herzlich begrüßt und waren gespannt – würden wir an den Flow der letzten beiden Runden anknüpfen können? Mit voll besetzter Stammmannschaft standen die Zeichen jedenfalls nicht schlecht, die Voraussetzungen waren weitab von aussichtslos.
Das sollte man zunächst auch gemerkt haben. Ich behaupte, dass der überwiegende Teil unserer Partien in der ersten Hälfte des Kampfes sehr gut liefen und stellungsseitig eine Tendenz zur Oberhand spürbar war. Souverän pflückten unsere heutigen Helden auch die Früchte Ihrer Berechnungen.
Tim beispielsweise zeigte eindrücklich die Stärken eines Läuferpaars im Endspiel. Ein Satz dazu ist natürlich nicht genug, den Teil davor kenne ich allerdings nicht. Soviel aber weiß ich: der Mann sitzt richtig am Brett 1!
Und Frank, der die beim Gegner gebildeten Schwächen geduldig aber konsequent bearbeitete und ausnutzte… Klasse!
Weiterhin sind auch zwei mit Schwarz gespielte Partien als Erfolg zu verbuchen. Beide, sowohl Patrick als auch Dietmar, erwehrten sich dem Anzugsvorteil des Weißen und führten die eher pressierten Situationen beide zum Remis.
Tjaaa, das waren die guten Nachrichten.
Noch vor dem ganzen übersah Manfred ein einzügiges Matt, nachdem er zwischenzeitlich bereits einen Bauern erobert hatte. Annika indes hatte in einer taktisch anspruchsvollen Eröffnung verlustlos den schwarzen König auf f7 genötigt und machte sich daran, ihn weiter zu drangsalieren. Es gab allerdings Kontermöglichkeiten, die sie wohl falsch eingeschätzt hat. Dennis hingegen spielte mit schwarz überwiegend solide, verhaspelte sich aber später – bereits etwas unter Zeitdruck – in einem schnellen Zugfeuerwerk und verlor einen Läufer. Ich selbst hatte auch den richtigen Plan, sah aber nicht klar und verpasste den richtigen Zeitpunkt, durch ein Springeropfer die Entscheidung einzuläuten. Stattdessen traf ich – auch in Zeitnot – diesen Entschluss zu spät, wo es aber nicht mehr funktionierte.
Am Ende sahen wir bei uns also eher lange Gesichter, denn die Chancen war da. Wir wollen aber das Gute darin sehen: Wenigstens hatten wir Chancen und in der langfristigen Erfolgsbilanz sieht man eher steigende Tendenzen.